Treffen der Shantychöre am 11.09.2022 in Zingst

Aktualisiert: 4. Okt.

Einmal jährlich im September findet in Zingst zu Ehren der Heimatdichterin Martha Müller-Grählert das beliebte Treffen der Shantychöre statt.
Die Förderung und die Pflege des maritimen Liedgutes der Region stehen hier im Vordergrund, genauso wie die Freude der Männerchöre am gemeinsamen Gesang.

Shantys in Zingst, fünf Punkte und Mr. Merchandising

Am Sonntag, den 11.09.2022, machten sich 29 Sänger unseres Chores bei einem Himmel grau-in-grau auf die Reise nach Zingst. Dort wollten sie teilnehmen am 24. Treffen der Shantychöre zu Ehren von Martha Müller-Grählert, der Schöpferin des unsterblichen Liedes von den „Ostseewellen“.

Im voll ausgelasteten Bus saß eine interessante „Truppe“. Zunächst: Es waren zahlreiche Frauen mit an Bord, denn nach den Einschränkungen der jahrelangen Corona-Pandemie war es endlich wieder eine Reise „in Familie“. Dann: Ein Sangesbruder war nicht „nur“ mit seiner Ehefrau gekommen, sondern beide hatten ihren kleinen Sohn mitgenommen. Vermutlich in der Absicht, ihn langfristig an das Liedgut des Männer- und Shantychores zu gewöhnen. Schließlich: Eine besondere Mitreisende war Natalja mit ihrem Mann. Sie ist nicht nur eine souveräne, fröhliche, energische Musikantin und erfahrene Chorleiterin, wie wir vor kurzem in einer „Proben-Kostprobe“ erleben konnten. Sie könnte sich auch vorstellen, einen Männerchor zu leiten. Heute jedoch, so sagte sie mir, sei sie mitgekommen, um mal Shantys zu hören. Dieses Liedgut sei ihr bisher so gut wie unbekannt.

Nach der Ankunft an der Zingster Kur- und Seepromenade kurz nach 11 Uhr war erst mal individuelle Freizeit angesagt. Seeluft schnuppern, Ostseewellen begucken und belauschen, Bratwurst, Bier und Eis genießen – das war typisch für die meisten Männer und Frauen.

12.30 Uhr war Einsingen, 13.00 Uhr begann unser Auftritt. Ab 12. 00 Uhr hatte – sozusagen im „Vorprogramm“ – der bekannte Sänger Willi Freibier alias Gerd Brummund seine Show nordisch-leicht und locker sehr zur Freude des zahlreichen Publikums gestaltet. Als selbstbewusster Penzliner vergaß er nicht, auf unseren Chor hinzuweisen und an uns ein paar kleine Vorschusslorbeeren zu verteilen.

Unser Konzert umfasste 16 Lieder, 6 davon als Soli. „Heute an Bord“ – kraftvoll, exakt und in gewisser Weise „zackig“ gesungen war ein gelungener Start. Denn er brachte das zahlreich sitzende und auch das dahinter zahlreich stehende Publikum in Schwung. Der übertrug sich auf alle weiteren Shantys, ob nun chorisch oder solistisch. Wir Sänger konnten von der Bühne erleben, wie große Teile des Publikums mitklatschten, mitschunkelten, mitsangen. Das hat uns mächtig angespornt, genau auf die „Kommandos“ von Alex, unserem Dirigenten zu achten und die Vokale klar zu singen. Ganz wichtig dabei war auch – wie immer! – die hervorragende Beherrschung der Akkordeons durch Dirk und Johann. In der zweiten Hälfte unseres Konzerts ging unser Sangesbruder Ulrich mit seinem „Bauchladen“ durch die Reihen, verkaufte 44 Shanty-CDs unseres Chores und wurde beim Abschluß des Auftritts vom Veranstalter als „Mr. Merchandising“ geehrt.

Mit der Zugabe „Leise kommt die Nacht“ verabschiedeten wir uns von dem – das darf man in aller notwendigen Bescheidenheit sagen – begeisterten Publikum.

Eine halbe Stunde später hatte der Veranstalter alle Stimmzettel ausgezählt, auf denen das Publikum die am Freitag, Sonnabend und Sonntag auftretenden Shanty-Chöre bewertete. Mit fünf Punkten Vorsprung vor dem Zweiten wurde unser Shantychor „Publikumsliebling 2022“. Mit großer Freude, unter großem Hallo aller Sänger sowie der Frauen und mit einem nochmaligen starken Beifall nahm der Vorsitzende die Auszeichnung, eine Porzellanschale, (siehe Foto) entgegen.

Die Heimfahrt zum Abendessen im Gasthof Schönbrunn nutzten einige Mitfahrer für ein rechtschaffen verdientes kleines Nickerchen. Ein anderer Teil war so beschwingt, dass er noch weitersang. Jenseits von Shantys reichte die Palette dabei vom „Heideröslein“ über die „Capri-Fischer“ bis zum „Paster sin Kau“.

Ein reichhaltiges warmes Buffet und Getränke nach freier Wahl waren sozusagen die vorletzte Station dieses schönen Tages, bevor alle im Abendlicht an den Stellen aus dem Bus steigen konnten, an denen sie frühmorgens eingestiegen waren.


Autor: Peter Kroh, 2. Tenor





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