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Chor ohne Leiter: Im 112. Jahr brennt’s beim Penzliner Männerchor

Nachdem sich zwei Chorleiter vom Chefposten zurückzogen, konnte der letzte dem Anspruchsdenken des Penzliner Männerchors nicht ganz gerecht werden. Die Penzliner suchen nun einen neuen Chorchef – und locken sogar mit Geld.

Penzlin. Für 48 Proben und rund 20 Auftritte pro Jahr ölen sich die 39 Mitglieder des Penzliner Männerchores die Stimmen für Auftritte auf großen und kleineren Kulturveranstaltungen. In diesem Jahr erklangen die dominanten Männerstimmen sogar erstmalig auf der Hanse Sail. Dreimal jeweils eine Stunde lang. Doch in seinem 112. Jahr – 1907 wurde der Chor gegründet – muss der Vereinsvorsitzende Alarm geben.
Denn der musikalische Kopf fehlt. Seit Mitte September stehen die Mitglieder wieder ohne Chorleiter da. Gerade erst vor etwa einem Jahr hatte ein neuer die Leitung übernommen. Nun – so ganz ohne Chorleiter – sei es eine Katastrophe für die Gesangsgemeinschaft, die deutsches Liedgut gern vierstimmig darbietet. Darin, so der Vorsitzende Christoph Lange, besteht eine Passion der Penzliner Männer. Sie ist sogar in den Grundstatuten des Vereins festgeschrieben.
Dazu braucht es jedoch einen ausgebildeten Chorleiter, der die stimmlich harmonischste Seite der Laiensänger fördern kann. Und das, räumt der Christoph Lange ein, ist anspruchsvoll. Der letzte Chorleiter hat die Bewährungsprobe nicht bestanden, obwohl er, wie Lange sagt, überaus engagiert war. Wahrscheinlich lag es an der fehlenden Ausbildung.
Nun wird ein neuer Leiter gesucht. „Er sollte ein möglichst ausgebildeter Chorleiter sein und idealerweise bereits Erfahrungen im Leiten eines Chores mitbringen“, wünscht sich der 65-jährige Lange, der seit zwölf Jahren mitsingt und dabei den zweiten Tenor besetzt.
„Immerhin leitet der musikalische Kopf den Chor vom ersten Ton bis zur Vierstimmigkeit“, sagt er und zählt weitere Aufgaben wie das Zusammenstellen des Repertoires für Konzerte sowie das Vorbereiten von Noten auf. Sechs Auftritte stehen dem Chor noch bevor in diesem Jahr. Der nächste schon am Samstag zum Abfischen mit den Müritzfischern in Boek. Normalerweise komme insbesondere zur Adventszeit noch der ein oder andere Auftritt hinzu.

Vielleicht wird aufgelöstem Chor ein Leiter frei?
In diesem Jahr allerdings müssen sich die Zuhörer mit den Terminen zufrieden geben, die aktuell vorgesehen sind – darunter drei Weihnachtskonzerte. Mehr sei ohne richtigen Chorleiter momentan nicht zu bewerkstelligen. Könnte der Männerchor einen Wunschzettel formulieren, brächte der Weihnachtsmann einen Chorleiter. Mit dem würden die Sänger im Alter von 34 bis 89 Jahren gern spätestens ab der zweiten Januarwoche 2020 ihre Probenphase beginnen.
Fest steht: Einfach wird die Suche nicht. Einen Zeitpunkt, ab wann der Verein seine Suche nach ihrem neuen musikalischen Kopf aufgeben würde, möchte der Vereinsvorsitzende nicht nennen. Lieber blickt er zuversichtlich in die Zukunft. Immerhin fragten inzwischen nicht nur die Mitglieder in ihren Umfeldern nach Chorleiterpersönlichkeiten; auch werde verstärkt auf Chöre geschaut, die sich auflösen und potenzielle Chorleiter „freisetzten“.

Aufwandsentschädigung soll gezahlt werden
Derzeit übernimmt der Akkordeonist Dirk Maaß die Aufgaben des Chorleiters – zusammen mit dem 2013 aus Altersgründen in den musikalischen Ruhestand verabschiedeten Leiter Christian Bomeier, der für sein einstiges Trüppchen in harten Zeiten wie diesen natürlich wieder den Taktstock schwingt. Das solle aber in jedem Fall nur eine Übergangslösung sein.
Wer den Ton bei der singenden Männerbande angeben möchte, muss nicht unbedingt männlichen Geschlechtes sein. Auch Chorleiterinnen steht Lange offen gegenüber. Und der Vereinsvorsitzende lockt: Das Amt des Chorleiters beim Penzliner Männerchor 1907 e.V. wird mit einer Aufwandsentschädigung im niedrigen dreistelligen Bereich pro Monat entschädigt. Übrigens können zur gemeinsamen Probe – jeden Dienstag von 19 bis 21 Uhr in der Penzliner Neuen Burg in der Wilhelm-Scharff-Allee – auch interessierte Chorsänger kommen.

Artikel Nordkurier vom 28.09.2019
Autorin S.Salzmann

Impressionen von der Hansesail 2019 in Rostock

Traditionelles Singen zum 1.Mai in Krukow

Alle 2 Jahre begibt sich der Chor nach Kuckssee, genauer gesagt nach Krukow, um dort mit Frühlingsliedern, plattdeutschen Liedern und Shantys aufzuwarten.
Pünktlich zum Maibaumaufstellen versammelte sich der Chor mit dem Chorleiter Uwe Roßner, um gemeinsam mit den Gästen und Gastgebern den Mai und damit den Frühling zu begrüßen.
Vor einem gut gelaunten Publikum und sonnigem Wetter bereitete das Singen und wohl auch das Zuhören allen Freude und brachte Frühlingsstimmung unter die Menge.

Ein besonderer Anlass, nämlich die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an unseren langjährigen Sangesbruder Uli Möller, der bereits 65 Jahre aktiv im Chor singt, rief großen Applaus bei allen Beteiligten hervor.

Ein Männerchor als Geschenk im Advent

Noch nie ist der Penzliner Männerchor in Stavenhagen aufgetreten. Jetzt darf er am 3. Advent in der Stadtkirche singen. Dahinter steckt eine besondere Geschichte.

Stavenhagen/Penzlin. Freunde kommen ja manchmal auf verrückte Ideen. Und das sind dann oft die besten. Beim Radfahren haben sich Wolfgang Laas und Torsten Ohlsson kennen gelernt. Der Unternehmer aus Stavenhagen und der Sänger des Penzliner Männerchores fahren jedes Jahr gemeinsam die Mecklenburger Seenrunde und starten auch bei der Vätternrundan in Schweden.
Beim Training für diese Events – und auch für den Gurken-Marathon im Spreewald, den beide zusammen radeln – lassen sich gut Einfälle sammeln. Zudem hat Wolfgang Laas mit seiner Schlosserei- und Metallbaufirma auch geschäftliche Beziehungen zu Chormitgliedern in Penzlin. Da lag irgendwann die Frage nahe, ob sich Laas einen Auftritt des Männer-Ensembles in Stavenhagen vorstellen könnte?
Also hörte der 59-Jährige in eine CD rein und war begeistert. „Ein Männerchor hört sich anders an als ein Weihnachtschor“, meint er. „Ich bin selbst gespannt, ihn jetzt live zu erleben.“
Denn Wolfgang Laas will in diesem Jahr seinen Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern keine Präsente zu Weihnachten schicken wie sonst, sondern mal etwas Neues bieten. Der Stavenhagener hat als Dankeschön ein Adventskonzert für sie organisiert und lädt dazu auch alle Interessierten ein. Die evangelische Kirchengemeinde stellt ihm freundlicherweise die Stadtkirche zur Verfügung.
Am Sonntag, 16. Dezember, um 16 Uhr werden somit die Penzliner Sänger das erste Mal in Stavenhagen auftreten. „Darauf freuen wir uns schon richtig“, sagt Torsten Ohlsson aus dem Vorstand des Männerchores und für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. „Das wird für uns etwas ganz Besonderes sein.“ Der Wunsch, mal in Reuters Geburtsstadt zu singen, werde sich somit erfüllen.
Der Männerchor Penzlin hat eine über 100-jährige Tradition. Etwa 40 Sänger zählt das Ensemble. Im Sommer seien sie als Shantychor unterwegs, würden zu Shantychortreffen nach Zingst und Lübeck fahren, erzählt Ohlsson. Rund 25 Auftritte haben sie im Jahr. Zum Jahresende sei es Tradition, mit weihnachtlichen Konzerten in Neubrandenburg und Penzlin aufzutreten. Und nun kommt erstmals auch Stavenhagen dazu.
(Artikel Nordkurier 13.12.2018)


Weltrekord in Travemünde!

UND WIR WAREN ALS SHANTY-CHOR DABEI!

Travemünde ist jetzt in der Liste der Weltrekorde verzeichnet:
Am Samstag, dem 07.07.2018 sang hier der größte Shanty-Chor der Welt. Die bisherige Zahl von 1850 Sängern wurde locker übertroffen. Dabei gab es auch prominente Unterstützung.

Wolfgang Hovestädt, Organisator des Shanty-Festivals, hatte die Idee zu dem Rekordversuch. Zu dem Festival sind hunderte Shanty-Sänger im Ort, zusammen mit weiteren Freiwilligen müsse das klappen. Der Zulauf der abgesperrten Fläche war zunächst gering, kurz vor dem Start liefen die Zähler aber heiß. 2300 Sänger wurden registriert.

Video

Kurz vor Beginn gab es noch einen kurzen Talk mit Ministerpräsident Daniel Günther, Björn Engholm und Bürgermeister Jan Lindenau. Günther fasste sich kurz: „Ich habe eine Rede zur Digitalisierung vorbereitet. Ich kann die aber auch zu Protokoll geben…“ Der Rekord sei wichtig für Schleswig-Holstein, das erst vor kurzer Zeit den Rekord für die am längsten geschwommene Flaschenpost abgeben musste.

Bürgermeister Jan Lindenau zeigte sich musikalisch. Er habe sein Amt bereits mit dem Chor Möwenschiet auf dem Markt angetreten. Und natürlich kenne er die Texte. Alle drei Politiker stimmten in den größten Shanty-Chor der Welt ein.

Das Ergebnis war nach zehn Minuten klar: Auch wenn vielleicht nicht alle der gezählten Sänger gleichzeitig eingestimmt haben, die bisherige Marke wurde locker übertroffen. Ministerpräsident Daniel Günther überreichte Wolfgang Hovestädt die offizielle RID-Urkunde-Shanty-Chor.


Der Shanty-Chor Möwenschiet gab den Takt vor, über 2000 Sänger machten mit. Fotos: JW

300 Sänger lassen die Neue Burg Penzlin erklingen

Wo man singt, da lass dich nieder. Also hieß es für 300 Sänger auf nach Penzlin, wo ein Treffen stattfand, dass es so nur alle fünf Jahre gibt.

Die drei Penzliner Chöre gestalteten gemeinsam den Auftakt zum Penzliner Sängertreffen. Elf Chöre stellten auf der Neuen Burg Lieder aus ihrem Repertoire vor. Foto: Petra Konermann
Penzlin. Die Aufmunterung, endlich musikalisch zu starten, wurde natürlich gesungen. „Nun fanget an“, forderten der Frauenchor Penzlin, der Männerchor Penzlin und der Chor St. Marien Penzlin gemeinsam die „Kollegen“ mit einem Kanon auf, es ihnen gleich zu tun. Und die ließen sich nicht lange bitten. Von morgens bis abends wurde auf der Neuen Burg in Penzlin gesungen – elf Chöre mit rund 300 singenden Männern und Frauen waren gekommen, um das Sängertreffen 2018 zu gestalten, das nur alle fünf Jahre steigt.
Das wievielte es tatsächlich war? Niemand weiß es so genau. Michael Maaß, Leiter des Penzliner Männerchores von 1907 berichtete, dass es Nachweise gibt, dass Sängertreffen in Penzlin bereits in den 1920er-Jahren stattfanden. Musik jedenfalls spielt in Penzlin seit jeher eine große Rolle. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Bestes Indiz dafür sind die vier Penzliner Chöre – es gibt auch noch einen Kinderchor –, aber auch die Blaskapelle und die verschiedenen Bands, die zum Penzliner Kulturleben gehören. „Für eine Kleinstadt mit rund 4200 Einwohnern ist das beachtlich, wir sind eine Stadt der Musik“, sagte Penzlins Bürgermeister Sven Flechner (WPL).
Gleich zu Beginn räumte er mit einem Gerücht auf, dass er Mitglied des Fritz-Reuter-Chores Stavenhagen sei. Beim Festumzug aller Chöre am Sonnabend-Morgen durch Penzlin hatte er das Schild der Stavenhagener getragen und damit für Verwunderung gesorgt. Das Penzliner Stadtoberhaupt hatte aber nur aushelfen wollen, sagte er. Es ist ja auch nicht klar, wie gut es um die Sangeskünste des Bürgermeisters bestellt ist. Die Treppe an der Neuen Burg, die zur Bühne wurde, überließ Sven Flechner dann den Chören. Die verabschiedeten sich nach einem Tag voller Musik am Abend mit einem gemeinsamen Gesang aus rund 300 Kehlen und einem irischen Segenswunsch: „Möge die Straße uns zusammenführen…“ – spätestens vielleicht wieder 2023, wenn das nächste Sängertreffen in der Musikstadt Penzlin stattfindet.
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p.konermann@nordkurier.de