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Ein Männerchor als Geschenk im Advent

Noch nie ist der Penzliner Männerchor in Stavenhagen aufgetreten. Jetzt darf er am 3. Advent in der Stadtkirche singen. Dahinter steckt eine besondere Geschichte.

Stavenhagen/Penzlin. Freunde kommen ja manchmal auf verrückte Ideen. Und das sind dann oft die besten. Beim Radfahren haben sich Wolfgang Laas und Torsten Ohlsson kennen gelernt. Der Unternehmer aus Stavenhagen und der Sänger des Penzliner Männerchores fahren jedes Jahr gemeinsam die Mecklenburger Seenrunde und starten auch bei der Vätternrundan in Schweden.
Beim Training für diese Events – und auch für den Gurken-Marathon im Spreewald, den beide zusammen radeln – lassen sich gut Einfälle sammeln. Zudem hat Wolfgang Laas mit seiner Schlosserei- und Metallbaufirma auch geschäftliche Beziehungen zu Chormitgliedern in Penzlin. Da lag irgendwann die Frage nahe, ob sich Laas einen Auftritt des Männer-Ensembles in Stavenhagen vorstellen könnte?
Also hörte der 59-Jährige in eine CD rein und war begeistert. „Ein Männerchor hört sich anders an als ein Weihnachtschor“, meint er. „Ich bin selbst gespannt, ihn jetzt live zu erleben.“
Denn Wolfgang Laas will in diesem Jahr seinen Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern keine Präsente zu Weihnachten schicken wie sonst, sondern mal etwas Neues bieten. Der Stavenhagener hat als Dankeschön ein Adventskonzert für sie organisiert und lädt dazu auch alle Interessierten ein. Die evangelische Kirchengemeinde stellt ihm freundlicherweise die Stadtkirche zur Verfügung.
Am Sonntag, 16. Dezember, um 16 Uhr werden somit die Penzliner Sänger das erste Mal in Stavenhagen auftreten. „Darauf freuen wir uns schon richtig“, sagt Torsten Ohlsson aus dem Vorstand des Männerchores und für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. „Das wird für uns etwas ganz Besonderes sein.“ Der Wunsch, mal in Reuters Geburtsstadt zu singen, werde sich somit erfüllen.
Der Männerchor Penzlin hat eine über 100-jährige Tradition. Etwa 40 Sänger zählt das Ensemble. Im Sommer seien sie als Shantychor unterwegs, würden zu Shantychortreffen nach Zingst und Lübeck fahren, erzählt Ohlsson. Rund 25 Auftritte haben sie im Jahr. Zum Jahresende sei es Tradition, mit weihnachtlichen Konzerten in Neubrandenburg und Penzlin aufzutreten. Und nun kommt erstmals auch Stavenhagen dazu.
(Artikel Nordkurier 13.12.2018)


Weltrekord in Travemünde!

UND WIR WAREN ALS SHANTY-CHOR DABEI!

Travemünde ist jetzt in der Liste der Weltrekorde verzeichnet:
Am Samstag, dem 07.07.2018 sang hier der größte Shanty-Chor der Welt. Die bisherige Zahl von 1850 Sängern wurde locker übertroffen. Dabei gab es auch prominente Unterstützung.

Wolfgang Hovestädt, Organisator des Shanty-Festivals, hatte die Idee zu dem Rekordversuch. Zu dem Festival sind hunderte Shanty-Sänger im Ort, zusammen mit weiteren Freiwilligen müsse das klappen. Der Zulauf der abgesperrten Fläche war zunächst gering, kurz vor dem Start liefen die Zähler aber heiß. 2300 Sänger wurden registriert.

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Kurz vor Beginn gab es noch einen kurzen Talk mit Ministerpräsident Daniel Günther, Björn Engholm und Bürgermeister Jan Lindenau. Günther fasste sich kurz: „Ich habe eine Rede zur Digitalisierung vorbereitet. Ich kann die aber auch zu Protokoll geben…“ Der Rekord sei wichtig für Schleswig-Holstein, das erst vor kurzer Zeit den Rekord für die am längsten geschwommene Flaschenpost abgeben musste.

Bürgermeister Jan Lindenau zeigte sich musikalisch. Er habe sein Amt bereits mit dem Chor Möwenschiet auf dem Markt angetreten. Und natürlich kenne er die Texte. Alle drei Politiker stimmten in den größten Shanty-Chor der Welt ein.

Das Ergebnis war nach zehn Minuten klar: Auch wenn vielleicht nicht alle der gezählten Sänger gleichzeitig eingestimmt haben, die bisherige Marke wurde locker übertroffen. Ministerpräsident Daniel Günther überreichte Wolfgang Hovestädt die offizielle RID-Urkunde-Shanty-Chor.


Der Shanty-Chor Möwenschiet gab den Takt vor, über 2000 Sänger machten mit. Fotos: JW

300 Sänger lassen die Neue Burg Penzlin erklingen

Wo man singt, da lass dich nieder. Also hieß es für 300 Sänger auf nach Penzlin, wo ein Treffen stattfand, dass es so nur alle fünf Jahre gibt.

Die drei Penzliner Chöre gestalteten gemeinsam den Auftakt zum Penzliner Sängertreffen. Elf Chöre stellten auf der Neuen Burg Lieder aus ihrem Repertoire vor. Foto: Petra Konermann
Penzlin. Die Aufmunterung, endlich musikalisch zu starten, wurde natürlich gesungen. „Nun fanget an“, forderten der Frauenchor Penzlin, der Männerchor Penzlin und der Chor St. Marien Penzlin gemeinsam die „Kollegen“ mit einem Kanon auf, es ihnen gleich zu tun. Und die ließen sich nicht lange bitten. Von morgens bis abends wurde auf der Neuen Burg in Penzlin gesungen – elf Chöre mit rund 300 singenden Männern und Frauen waren gekommen, um das Sängertreffen 2018 zu gestalten, das nur alle fünf Jahre steigt.
Das wievielte es tatsächlich war? Niemand weiß es so genau. Michael Maaß, Leiter des Penzliner Männerchores von 1907 berichtete, dass es Nachweise gibt, dass Sängertreffen in Penzlin bereits in den 1920er-Jahren stattfanden. Musik jedenfalls spielt in Penzlin seit jeher eine große Rolle. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Bestes Indiz dafür sind die vier Penzliner Chöre – es gibt auch noch einen Kinderchor –, aber auch die Blaskapelle und die verschiedenen Bands, die zum Penzliner Kulturleben gehören. „Für eine Kleinstadt mit rund 4200 Einwohnern ist das beachtlich, wir sind eine Stadt der Musik“, sagte Penzlins Bürgermeister Sven Flechner (WPL).
Gleich zu Beginn räumte er mit einem Gerücht auf, dass er Mitglied des Fritz-Reuter-Chores Stavenhagen sei. Beim Festumzug aller Chöre am Sonnabend-Morgen durch Penzlin hatte er das Schild der Stavenhagener getragen und damit für Verwunderung gesorgt. Das Penzliner Stadtoberhaupt hatte aber nur aushelfen wollen, sagte er. Es ist ja auch nicht klar, wie gut es um die Sangeskünste des Bürgermeisters bestellt ist. Die Treppe an der Neuen Burg, die zur Bühne wurde, überließ Sven Flechner dann den Chören. Die verabschiedeten sich nach einem Tag voller Musik am Abend mit einem gemeinsamen Gesang aus rund 300 Kehlen und einem irischen Segenswunsch: „Möge die Straße uns zusammenführen…“ – spätestens vielleicht wieder 2023, wenn das nächste Sängertreffen in der Musikstadt Penzlin stattfindet.
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