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Während der beiden Weltkriege
1914-18 und 1939-45 ruhte das Singen. Im ersten Weltkrieg jedoch trafen sich des Öfteren die nicht einberufenen Sänger, um Feldpostpakete zu packen und an ihre Sangesbrüder zu versenden.
Auch bei dem Chormitglied Fritz Meier wurden solche Liebesgabenpakete gepackt, der dann anschließend die Beteiligten mit einem großen “Fischkarrer” stärkte, dass sie vor
Rührung ordentlich mit den Augen kniffen. Nach dem Ableben August Oldachs im Jahre 1939 übernahm mit 72 Jahren der Musikdirektor Heinrich Borchard das Amt des Chorleiters. Er war ein
würdiger Nachfolger seines Vorgängers und legte erst 87jährig den Taktstock aus der Hand. Im Jahr 1954 trat der damals erst 24 jährige Lehrer Kurt Köhn das Amt des Chorleiters an.
Sein Können stellte er schnell unter Beweis und brachte den Chor mit Improvisation, viel Geschick und musikhandwerklichen Einfällen zu neuer Entfaltung. Die Geschäftsführung lag in
den Händen der Vorstände Falk, Mußfeldt, Albrecht, Ernst Haase, Alfred Haase und Hugo Krull. Ihre Arbeiten wurden getragen von dem Vertrauen der vielen ungenannten treuen Sänger. Sie
andererseits gaben ihr Bestes, den Chor über alle schwierigen Zeiten hinweg zusteuern. Was dieser Männerchor der Öffentlichkeit in dieser Zeit vermittelte, waren Volkslieder,
zeitgenössische und klassische Chorwerke, Melodien aus Opern, Operetten und Walzer. In seinem Notenrepertoire findet man die Namen unserer großen Tonmeister: Wagner, Beethoven, Schubert,
Weber, Silcher, Mendelssohn-Bartholdy, Abt, Uthmann, Strauß, Lincke u.a. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich immer die öffentlichen Gesangsvorträge in den Anlagen am See, im
Krankenhaus, Altersheim und Veteranenclub. Die Bestrebungen des Chores gingen stets dahin, seine Veranstaltungen abwechslungsreich zu gestalten, um seinen Freunden, Anhängern und Gästen
Freude, Erbauung und Entspannung zu bereiten. Neben gesanglichen Darbietungen wurden in den früheren Jahren auch Theaterstücke und Singspiele aufgeführt, in denen dann Frauen und
Angehörige des Chores als Kleindarsteller wirkten. Nach 1947 sorgte eine kleine, aus den eigenen Reihen gegründete Musikgruppe, für Überraschungen bei den Konzerten. Über das
musikalische Hobby hinaus verband die Chormitglieder stets freundschaftliche Zusammengehörigkeit. Andererseits legen aber auch die Protokolle davon Zeugnis ab, wie in manchen
Versammlungen gegensätzliche Meinungen aufeinanderprallten, die Köpfe heiß und heißer wurden und man bald glauben mochte, einige würden dem Singen fernbleiben. Die Liebe aber zum Singen
ließ alles vergessen und am nächsten Übungsabend waren wieder alle dabei. Keiner der Mitwirkenden mag diese Stunden der musischen Arbeit missen. So war es gestern und so ist es auch
heute noch. Es geziemt sich wohl an dieser Stelle, den Chorleitern und jedem einzelnen Sänger Dank zu sagen, für ihren Einsatz, für ihre Treue und für ihr unermüdliches Mittun bei der
Pflege dieses herrlichen deutschen Volksgutes. Möge es dem Chor beschieden sein, weiterhin sein Lied in die Herzen der Bevölkerung unserer kleinen Heimatstadt Penzlin und über deren
Mauern hinaus zu tragen, denn das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, das Organ, dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt, ist die menschliche Stimme.“ (nach Hugo
Krull)
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